Mittwoch, 29. September 2010

Bevohrstehende Wahlen lockern auf.....

Hallo zusammen.... habe mir jetzt nach all den Verschiedenen Erlebnissen wieder mal die Zeit genommen um euch etwas davon mitzuteilen. Also nachdem ich euch das letzte mal geschrieben habe ist wieder ne Menge passiert. Die Streiks haben sich danach auf die umliegenden Gebiete ausgeweitet, weil sich die Streikenden dadurch mehr Erfolg erhofften. So haben sie die Strassenblockaden auf die Hauptverbindung zwischen Cusco und Arequipa erweitert. Da das Polizeiaufgebot jedoch immer wie groesser wurde wurde auch dieses Unterfangen immer schwieriger. In dieser Zeit jedoch war es hier in Espinar wieder etwas ruhiger, und man konnte sich auch wieder in der Nacht mehr oder weniger unbeschwert bewegen.

Durch den mehr oder weniger starken Druck der Potestierenden, hat sich danach die Regierung in Lima entschieden einen Vertreter zu schicken, welcher die Vorderungen der Streikenden anhoeren soll. Dieser kam dann auch und hatte jedoch nicht die gleichen Vorstellungen wie die Streikende Bevoelkerung. So brach der Regierungsvertreter die Anhoerung kurzerhand ab, und reiste unter starkem Polizei und Militaerschutz wieder ab. Zurzeit haben die Streikenden den Streik, sowie die Blockaden bis nach den Regierungswahlen ( 03.Okt.) beigelegt. So ist es momentan richtig schoen, und fast wie vorher. Super ist auch das die Laeden und der Markt wieder normal offen haben, und man wieder alles einkaufen kann. Auch die Bevoelkerung ist sichtlich erleichtert, so dass einem auf der Strasse fast jeder gruesst und die Leute bedeutend freundlicher sind als sonst....;);)

So sind wir momentan gespannt die Wahlen am abwarten, und hoffen das nicht ein Kandidat gewinnt, bei welchem man wahrscheinlich wiederum 4 Jahre verschwenden wuerde ohne das sich an der jetzigen Situation etwas aendern wuerde...:(jaja seufz...

Also ich werde euch dann nach den Wahlen wieder neuere Infos geben......

Bis bald euer Helmut

Mittwoch, 15. September 2010

Huelgas in Espinar .... Streiks und Ausnahmezustand

Hallo zusammen..... Dies ist ein etwas aussergewoehnlicher Post den ich euch hier nun schreibe.... Und zwar hatte ich garnicht vor euch einen Post jetzt schon zu schreiben, da ich aber im Internetroom festsitzte, weil sie die Tueren verrammelt haben, und zwar wirklich verrammelt ( mit Holzbalken und Eisenstangen ). Und draussen die sich in der ganzen Stadt eine wilde Meute von Jugendlichen, Erwachsenen mit der Polizei und dem Militaer groebere Strassenschlachten liefern. Ich wuerde zwar jetzt lieber draussen sein und auch etwas von der Sache mitbekommen, aber die lassen mich hier nicht raus, und so sitze ich hier und habe nun etwas Zeit um euch die Sache zu erklaeren....

Also.... seit dem 13. September wird hier in Espinar gestreikt. Der Grund dafuer ist das, wie ich ja schon mal geschrieben habe, in Espìnar immer wieder Wasserknappheit herrscht. Da nun auchnoch einer der groessten Fluesse der Region durch ein neues Abkommen mit einem Unternehmen abgezweigt werden sollte und nach Arequipa umgeleitet werden sollte sind die Leute in den Streik getretten. So gibt es wie bei jedem Streik solche die eher friedlich Streiken mit Protesten und Parolen und es gibt jene, die eher etwas radikal vorgehen. Hier in Espinar ist der Anteil der Radikalen eher etwas groesser als bei uns..... so etwa 80% ;););)

Die ersten paar Tage dieses Streiks sind ehre etwas ruhiger verlaufen, mit Strassensperren und Umzuegen durch die Stadt. Die Polizei war zu dieser Zeit immer in kleineren vollbeffneten Gruppen present( Bewaffnung ist eine Mischung aus "Kalaschnikov", Revolver, Pumpgun und Traenengasgewehr) welche jedoch zu den "Gringos", also zu mir und Luciano, immer sehr freundlich sind und uns immer gruessen. Zudem haben fast alle Laeden geschlossen und man kommt weder in die Stadt noch aus der Stadt, da die Leute bei jeder Strasse eine Strassensperre errichtet haben.
Nun ist das ganze auf heute Abend jedoch eskaliert, da das naheliegende Minenunternehmen Xtrata, zum Schutz des Minenareals das Militaer aufgeboten hat. Und da dieses Unternehmen ziemlich Geld hat und auch Beziehungen ist das Militaer natruerlich promt und schnell zur Stelle gewesen. Dies hat dem Volk jedoch nicht so gefallen, da es doch schon seit laengerem auf die Absprache mit Regierungsleuten warten und nie etwas passiert ist, geschweige denn ein Regierungsvertreter gekommen ist. Wenn aber die Mine ruft ist gleich alles zur Stelle.;(;(;(;( versteh ich irgendwie auch..... tja Geld regiert die Welt.... Auf jedenfall hat die Regierung nun ueber die Region Espinar den Ausnahmezustand verhaengt.

Nun sitze ich hier, nur gerade zwei Strassen von zu Hause weg, und kann weder mitmischen noch nach Hause gehen ....misst ;) Vorhin hat mir gerade noch mein Chef Luciano per telefon mitgeteilt, das es draussen ziemlich zur Sache geht. Er sitzt gerade auf dem Dach und hat mir beschrieben, wie die Polizei mit Traenengas und Gummischrot gegen die Demonstranten versucht vorzugehen. Versucht aus dem Grunde, da die Polizei vollkommen in der Unterzahl ist und auch nicht in der ganzen Stadt praesent sein kann. Die Demonstranten hingegen, in enormer Ueberzahl, bewaffnet mit Steinen und Flaschen, draengen die Polizisten immer wieder zurueck. Er teilte mir auch mit, dass es vieleicht nur eine Frage der Zeit sei bis die Polizei mit scharfer Munition schiesst, wenn sie sich zu fest zurueckgedraengt fuehlt. Nur zum sage, dies ist hier in Peru keine Seltenheit das es bei Streiks Tote gibt, da die Polizei meistens mit der Situation ueberfordert ist.
Das Militaer ist momentan anscheinend mit den Gruppen des Stadtrands und des Minenareals beschaeftigt. Ich kann mich momentan nicht so richtig auf das Schreiben konzentrieren, da immer wieder Steine oder Flaschen gegen die Tueren- und Fensterlaeden schlagen.

Leider kann ich euch jetzt verstaendlicherweise keine Fotos oder Videos geben, werde dass jedoch noch nachholen, da Luciano vom Dach Fotos und Videos gemacht hat.
Aber so wie er es mir beschrieben hat ist das Ganze ziemlich Tumultartig und und von seiten der Polizei recht unorganiesiert... Fehlen eindeutig ein paar Securitas .... ( Bruedi das waer en Fall fuer dech ;););) )
Das einzig positive an der Sache ist, das der Internetschuppen etwas laenger auf hat und ich so endlich all meine Updates, auf welche mein Laptop schon sehnlichst warten runterladen kann ;);)

Also halte euch den weder aufem laufende was de Usgang vo dem ganze abelangt....

liebi Gruess usem Usnahmezuestand euche Helmut



Nachtrag einen Tag spaeter....

Also sitze schon wieder im einem Internetroom, jedoch in einem anderem, da der gestrige heute aus Sicherheitsgruenden zu hat. So nun habe ich auch noch ein paar Videos und Fotos.... bin gestern noch mehr oder weniger heil nach Hause gekommen.... dass heisst, ich wurde als Gringo bei jedem Polizeiposten kontrolliert und mehrmals befragt, und das obwohl mein Zuhause nur gerade ca. 50m vom Internetroom entfernt ist. Nachdem ich danach zu Hause angekommen war ging ich mit meiner Kamera aufs Dach und habe das Geschehen noch etwa zwei Stunden weiter verfolgt. Die schlechte Nachricht ist, dass sich die Lage leider nicht verbessert hat, und es gestern sogar einen Toten gab, welcher mit einer Pumpgun der Polizei in den Ruecken getroffen wurde. (Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade auf dem Dach, und habe noch einen Teil dieses Ungluecks mit meiner Kamera festhalten koennen.) Zudem mehrere Verletzte und Schwerverletzte. Dies bedeutet nun das die Lage weiter angespannt ist, und heute von Lima mehrere Spezialeinheiten angereisst sind und sich auch die Militaertruppen aufgestockt haben. Im Gegenzug dazu haben sich auch noch mehr Demonstranten mobilisiert. Nun bin ich wieder am schreiben und hoere leider schon wieder Schuesse von Traenengaspetarden.... Tja jedoch bedeutend weniger als gestern.;);) Jipiiii
Also ich gehe jetzt wieder nach Hause, da ich sonst spaeter hier wieder festsitzte und ausharren muesste. Bis bald weder euche Helmut em Kriiisegebiet









Dienstag, 7. September 2010

Bolivien vs.Peru

Hallo miteinander da ist er wieder…. der Helmut aus Peru. Dieser Post hier wird wieder etwas speziell und laaang, da ich wieder Fragen von meiner Hochschule beantworten werde. Ich habe ihn deshalb etwas gegliedert:) Zuerst aber wieder einige News von hier. Ich komme in meinem Projekt ziemlich gut voran, mein Prototyp des grossen Windrades ist beinahe Startklar und so schätze ich werden wir ihn nächste Woche testen können. Ebenso haben die Mitarbeiter und ich immer ziemlich ein „Gaudi“ wenn wir am Arbeiten sind. Das einzige was wir uns manchmal „zanggen“ ist die Musik die in der Werkstatt gehört werden soll, schweizer oder peruanische…..ebenso habe ich hier nun endlich die „Znünipause“ und das „Fürobebier“ am Fritig durchsetzten könne… eigentlich war es kein Durchsetzen sondern eher ein sofortiges Adaptieren, als sie hörten das es sowas gibt :):) es gibt auch immer wieder etwas Abwechslung zwischendurch. So haben wir vor zwei Wochen in einem etwa 2.5 Std. entfernten Dörfchen mit ca. 200 Einwohner dank einem grosszügigen Spenderprojekt aus Deutschland in einer Schule ein Solarpanel installiert und so das erste Mal Strom in dieses Dorf gebracht. Zudem wurden in allen Schulzimmern und im Rektorzimmer Lampen installiert, so dass sie jetzt am Abend Licht haben. Auch wurde dem Rektor für seine Arbeit und für den Unterricht ein Laptop geschenkt. Schön zu sehen war wirklich wie sich nicht nur die Kinder riesig gefreut haben und zum ersten Mal einen Laptop sahen(haben noch einen Video auf dem Laptopgezeigt) sondern sogar die etwas gestandeneren Männer sehr dankbar, und den Tränen nahe waren. Wirklich eine schöne Sache. Der einzige „Haggen“ an diesem Tag war wiedermal das einheimische Essen für meinen Magen;):):). Letzte Woche hatte ich dann die Wahl, da mein Imigrationsvisum abgelaufen war, zwischen einer Ausfahrt nach Cusco um für meine Visumsverlängerung ca.60Dollar zu zahlen, oder einer Reise in das benachbarte Bolivien……hhhhhmmmmm na klar Bolivien ;) Also habe ich einen Wochenendausflug nach Copacabana gemacht. Und ich sage euch ich habs genossen… den die Hotels sind relativ günstig und das Essen ist einfach Spitze !!! „Filet Mignion“ mit allem drum und dran und einer Flasche Wein für sage und schreibe ca.10CHF ….:):):). Was an diesem Ausflug auch sehr interessant war sind die Unterschiede der beiden Länder. Obwohl Copacabana nur gerade ca. 15 von der Grenze liegt ist die Bevölkerung doch sehr andersch. So waren z.b. die peruanischen Polizisten und Grenzwärter sehr streng und strikt in der Ausführung ihrer Arbeit, und auch eindrucksvoll mit ihren Maschinenpistolen. Während das erste was ich auf bolivianischer Seite sah ein etwas übergewichtiger Polizist der sehr gelangweilt in seinem Stuhl sass die Mütze runtergezogen hatte und seine Pumpgun etwa 2 Meter von ihm entfernt lag ;);) jaja und das erste was der Grenzwärter im bolivianischen Migrationsbüro sagte als er sah das ich Schweizer war, war „ Ahh Schweizer….. das macht in dem Fall 200 Bolivianos!“…. Wie bitte ??? sagte ich. Und er begann zu lachen und sagte es sei nur ein Scherz, und machte mir meinen Stempel in den Pass und wünschte mir einen schönen Aufenthalt. Jaja Kulturen….. Ich habe so einen meiner Mitarbeiter, den ich inzwischen ziemlich gut kenne gefragt, wie sich sein Leben in den letzten zehn Jahren verändert hat. Und in wie fern sich die Entwicklung der Region auf ihn auswirkte. Er antwortete, dass im generellen das kaufen von Gütern in dieser Region einfacher wurde, im Markt wie auch in der Region, weil die Mineria hier in die Region einen höheren Standard gebracht hat. So hat ein allgemeiner Entwicklungsschub stattgefunden. Eine Sache die sich verschlechtert hat ist die Korruption, welche auch durch das grössere Vorhandensein von Geld auch vermehrt auftritt. Ebenso ist durch die Mineria auch die Bevölkerung gewachsen und es herrscht teils Wasserknappheit, sowie die Qualität des Wassers ist nicht mehr so gut wie früher, verursacht teils durch die Mineria, teils durch die Bevölkerung und deren neue Industrie. Die Entwicklung in der Region hat das Leben meines Kollegen insofern verändert, dass durch die vergrösserte Wirtschaft und Industrie er zu einer Arbeit und eines eigenen Geschäftes gekommen ist, was sonst nicht möglich gewesen wäre, da es keine Nachfrage für solche Produkte gegeben hätte. Ich finde seine Sicht für die vergangenen Jahre sehr interessant und teile einen grossen Teil seiner Sichtweise. Von meinem Standpunkt aus ist es schwierig eine Analyse für die folgenden Jahre für dieses Land zu machen. Es ist jedoch fast im ganzen Land die gleiche Situation, diejenigen Gebiete welche auf einer Hauptverkehrsachse liegen, mineralische Vorkommen haben welche genutzt werden oder touristisch attraktiv sind haben meisten auch gute finanzielle Mittel und die Bevölkerung hat einen höheren Standard. Diejenigen jedoch, welche im ländlichen Gebiet liegen haben meisten keine oder sehr beschränkte finanzielle Mittel und es ist für sie schwer Projekte umzuwandeln. So ist die Kluft zwischen arm und reich in diesem Land aussergewöhnlich gross, und die Armut der Bevölkerung wird somit auch nicht richtig wahr genommen, da die regierende Schicht nicht in armen Gebieten lebt. Ebenfalls ein sehr grosses Problem ist die sehr starke Korruption der Regionalregierungen und der fehlende Kontrolle und der fehlende Informationsfluss bis hin zu der Bevölkerung, sowie das der Bildungsstand der Landbevölkerung meist nicht über das Niveau verfügt um sich seiner Rechte bewusst zu sein. So ist für mich das schlechteste Szenario in den nächsten zehn Jahren, das die herrschenden Korruption noch stärker geworden ist und es dadurch für die Unterschicht der Bevölkerung noch schwieriger wird seine Situation zu ändern, ausser mit Streiks und Protesten gegen die Lokalregierung. So wird sich auch der Bildungsstand nicht gross ändern. Das beste Szenario wäre meiner Ansicht nach, wenn durch die jetzt anstehenden Neuwahlen eine Lokalregierung gewählt wird welche die jetzigen Umstände erkennt, und durch gute Planifikation der Amtsperiode und guten Informationsfluss bis hin zu der Landbevölkerung viele Projekte umsetzen kann. So auch die bessere Aufklärung der Landbevölkerung. So würde für die nächste Amtsperiode die Bevölkerung nicht jedem Kandidaten seine Versprechen glauben, sondern würde erkennen, welche Projekte der Kandidaten wirklich umsetzbar sind. So würde sich nach und nach dieser jetzt herrschende Kreislauf auflösen und so hätte auch die Korruption weniger Chancen. Ja so hani jetzt ziemli viil über die Lockale gegebeheite beschriebe…..Jo so gibt’s nur noch zu sagen, dass die Zeit wahnsinnig schnell vergeht und ich in meiner verbleibenden Zeit noch versuchen werde die Effizienzmessungen der Lehmöfen zu beenden und eine Variante des grösseren Windrades so zu vollenden und zu optimieren, dass sie funktioniert und in „Produktion“ gehen kann. Falls die Zeit mir dann noch gütig ist und ich etwas „spatzig ha“ werde ich noch versuchen einen Prototyp von einem von mir etwas abgeänderten Darrieus Windrad zu konstruieren von welchem ich glaube, dass er für diese Region hier auch sehr geeignet wäre. Ja ja …. Wie ihr seht steht immer viel an mit Höhen und Tiefen! Was jedoch sicher ist, ist das einem für solche Sachen immer zu wenig Zeit bleibt, weil man immer wieder etwas findet was man noch machen könnte. Hätte ich also noch etwa ein Jahr länger würde ich mit Bestimmtheit die vorhandenen Produkte noch weiterentwickeln und noch etwas adaptieren. Als auch hätte ich schon wieder neue Ideen für eine durch Dampf Strom erzeugende Parabolreflektorschüssel, oder eine einfache Art eines Biogasreaktors wie das Model von „Lohri Christian Riuji in Dar es Salaam, Tanzania“ welches sicher auch interessante Projekte wären. Was jedoch sicher auch notwendig wäre, wäre ein verstärktes Marketing in und um die Region Espinar, um deren Bekanntheit zu steigern. So jetzt dänki händer weder gnueg zum läse und diskotiere för die nöchschte 15 Kaffipause ;))) Bis bald weder euche Helmut in Peru