Dienstag, 7. September 2010

Bolivien vs.Peru

Hallo miteinander da ist er wieder…. der Helmut aus Peru. Dieser Post hier wird wieder etwas speziell und laaang, da ich wieder Fragen von meiner Hochschule beantworten werde. Ich habe ihn deshalb etwas gegliedert:) Zuerst aber wieder einige News von hier. Ich komme in meinem Projekt ziemlich gut voran, mein Prototyp des grossen Windrades ist beinahe Startklar und so schätze ich werden wir ihn nächste Woche testen können. Ebenso haben die Mitarbeiter und ich immer ziemlich ein „Gaudi“ wenn wir am Arbeiten sind. Das einzige was wir uns manchmal „zanggen“ ist die Musik die in der Werkstatt gehört werden soll, schweizer oder peruanische…..ebenso habe ich hier nun endlich die „Znünipause“ und das „Fürobebier“ am Fritig durchsetzten könne… eigentlich war es kein Durchsetzen sondern eher ein sofortiges Adaptieren, als sie hörten das es sowas gibt :):) es gibt auch immer wieder etwas Abwechslung zwischendurch. So haben wir vor zwei Wochen in einem etwa 2.5 Std. entfernten Dörfchen mit ca. 200 Einwohner dank einem grosszügigen Spenderprojekt aus Deutschland in einer Schule ein Solarpanel installiert und so das erste Mal Strom in dieses Dorf gebracht. Zudem wurden in allen Schulzimmern und im Rektorzimmer Lampen installiert, so dass sie jetzt am Abend Licht haben. Auch wurde dem Rektor für seine Arbeit und für den Unterricht ein Laptop geschenkt. Schön zu sehen war wirklich wie sich nicht nur die Kinder riesig gefreut haben und zum ersten Mal einen Laptop sahen(haben noch einen Video auf dem Laptopgezeigt) sondern sogar die etwas gestandeneren Männer sehr dankbar, und den Tränen nahe waren. Wirklich eine schöne Sache. Der einzige „Haggen“ an diesem Tag war wiedermal das einheimische Essen für meinen Magen;):):). Letzte Woche hatte ich dann die Wahl, da mein Imigrationsvisum abgelaufen war, zwischen einer Ausfahrt nach Cusco um für meine Visumsverlängerung ca.60Dollar zu zahlen, oder einer Reise in das benachbarte Bolivien……hhhhhmmmmm na klar Bolivien ;) Also habe ich einen Wochenendausflug nach Copacabana gemacht. Und ich sage euch ich habs genossen… den die Hotels sind relativ günstig und das Essen ist einfach Spitze !!! „Filet Mignion“ mit allem drum und dran und einer Flasche Wein für sage und schreibe ca.10CHF ….:):):). Was an diesem Ausflug auch sehr interessant war sind die Unterschiede der beiden Länder. Obwohl Copacabana nur gerade ca. 15 von der Grenze liegt ist die Bevölkerung doch sehr andersch. So waren z.b. die peruanischen Polizisten und Grenzwärter sehr streng und strikt in der Ausführung ihrer Arbeit, und auch eindrucksvoll mit ihren Maschinenpistolen. Während das erste was ich auf bolivianischer Seite sah ein etwas übergewichtiger Polizist der sehr gelangweilt in seinem Stuhl sass die Mütze runtergezogen hatte und seine Pumpgun etwa 2 Meter von ihm entfernt lag ;);) jaja und das erste was der Grenzwärter im bolivianischen Migrationsbüro sagte als er sah das ich Schweizer war, war „ Ahh Schweizer….. das macht in dem Fall 200 Bolivianos!“…. Wie bitte ??? sagte ich. Und er begann zu lachen und sagte es sei nur ein Scherz, und machte mir meinen Stempel in den Pass und wünschte mir einen schönen Aufenthalt. Jaja Kulturen….. Ich habe so einen meiner Mitarbeiter, den ich inzwischen ziemlich gut kenne gefragt, wie sich sein Leben in den letzten zehn Jahren verändert hat. Und in wie fern sich die Entwicklung der Region auf ihn auswirkte. Er antwortete, dass im generellen das kaufen von Gütern in dieser Region einfacher wurde, im Markt wie auch in der Region, weil die Mineria hier in die Region einen höheren Standard gebracht hat. So hat ein allgemeiner Entwicklungsschub stattgefunden. Eine Sache die sich verschlechtert hat ist die Korruption, welche auch durch das grössere Vorhandensein von Geld auch vermehrt auftritt. Ebenso ist durch die Mineria auch die Bevölkerung gewachsen und es herrscht teils Wasserknappheit, sowie die Qualität des Wassers ist nicht mehr so gut wie früher, verursacht teils durch die Mineria, teils durch die Bevölkerung und deren neue Industrie. Die Entwicklung in der Region hat das Leben meines Kollegen insofern verändert, dass durch die vergrösserte Wirtschaft und Industrie er zu einer Arbeit und eines eigenen Geschäftes gekommen ist, was sonst nicht möglich gewesen wäre, da es keine Nachfrage für solche Produkte gegeben hätte. Ich finde seine Sicht für die vergangenen Jahre sehr interessant und teile einen grossen Teil seiner Sichtweise. Von meinem Standpunkt aus ist es schwierig eine Analyse für die folgenden Jahre für dieses Land zu machen. Es ist jedoch fast im ganzen Land die gleiche Situation, diejenigen Gebiete welche auf einer Hauptverkehrsachse liegen, mineralische Vorkommen haben welche genutzt werden oder touristisch attraktiv sind haben meisten auch gute finanzielle Mittel und die Bevölkerung hat einen höheren Standard. Diejenigen jedoch, welche im ländlichen Gebiet liegen haben meisten keine oder sehr beschränkte finanzielle Mittel und es ist für sie schwer Projekte umzuwandeln. So ist die Kluft zwischen arm und reich in diesem Land aussergewöhnlich gross, und die Armut der Bevölkerung wird somit auch nicht richtig wahr genommen, da die regierende Schicht nicht in armen Gebieten lebt. Ebenfalls ein sehr grosses Problem ist die sehr starke Korruption der Regionalregierungen und der fehlende Kontrolle und der fehlende Informationsfluss bis hin zu der Bevölkerung, sowie das der Bildungsstand der Landbevölkerung meist nicht über das Niveau verfügt um sich seiner Rechte bewusst zu sein. So ist für mich das schlechteste Szenario in den nächsten zehn Jahren, das die herrschenden Korruption noch stärker geworden ist und es dadurch für die Unterschicht der Bevölkerung noch schwieriger wird seine Situation zu ändern, ausser mit Streiks und Protesten gegen die Lokalregierung. So wird sich auch der Bildungsstand nicht gross ändern. Das beste Szenario wäre meiner Ansicht nach, wenn durch die jetzt anstehenden Neuwahlen eine Lokalregierung gewählt wird welche die jetzigen Umstände erkennt, und durch gute Planifikation der Amtsperiode und guten Informationsfluss bis hin zu der Landbevölkerung viele Projekte umsetzen kann. So auch die bessere Aufklärung der Landbevölkerung. So würde für die nächste Amtsperiode die Bevölkerung nicht jedem Kandidaten seine Versprechen glauben, sondern würde erkennen, welche Projekte der Kandidaten wirklich umsetzbar sind. So würde sich nach und nach dieser jetzt herrschende Kreislauf auflösen und so hätte auch die Korruption weniger Chancen. Ja so hani jetzt ziemli viil über die Lockale gegebeheite beschriebe…..Jo so gibt’s nur noch zu sagen, dass die Zeit wahnsinnig schnell vergeht und ich in meiner verbleibenden Zeit noch versuchen werde die Effizienzmessungen der Lehmöfen zu beenden und eine Variante des grösseren Windrades so zu vollenden und zu optimieren, dass sie funktioniert und in „Produktion“ gehen kann. Falls die Zeit mir dann noch gütig ist und ich etwas „spatzig ha“ werde ich noch versuchen einen Prototyp von einem von mir etwas abgeänderten Darrieus Windrad zu konstruieren von welchem ich glaube, dass er für diese Region hier auch sehr geeignet wäre. Ja ja …. Wie ihr seht steht immer viel an mit Höhen und Tiefen! Was jedoch sicher ist, ist das einem für solche Sachen immer zu wenig Zeit bleibt, weil man immer wieder etwas findet was man noch machen könnte. Hätte ich also noch etwa ein Jahr länger würde ich mit Bestimmtheit die vorhandenen Produkte noch weiterentwickeln und noch etwas adaptieren. Als auch hätte ich schon wieder neue Ideen für eine durch Dampf Strom erzeugende Parabolreflektorschüssel, oder eine einfache Art eines Biogasreaktors wie das Model von „Lohri Christian Riuji in Dar es Salaam, Tanzania“ welches sicher auch interessante Projekte wären. Was jedoch sicher auch notwendig wäre, wäre ein verstärktes Marketing in und um die Region Espinar, um deren Bekanntheit zu steigern. So jetzt dänki händer weder gnueg zum läse und diskotiere för die nöchschte 15 Kaffipause ;))) Bis bald weder euche Helmut in Peru



3 Kommentare:

  1. Hey Marcel

    Super Blog, den du hier führst! Lese begeistert mit, wies dir so geht und was du alles erlebst. Scheinen ganz interessante Länder und eine sinnvolle Tätigkeit zu sein... Wünsche dir weiterhin viel Spass und Erfolg!

    Lieber Gruess, Christoph

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  2. sehr interessant und vor allem gueti musig im 3. viedeo;-)

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  3. Hey Che Guevara oder soll ich lieber Reinhold Messner sagen :-)))))) hast du kein Strom und bist dich nicht gewohnt mit einer Nassrasur?????? Es geht auch mit Wasser und im Notfall auch mit Seife zum rasieren. Wenn du dann wieder zurück kommst in die Schweiz musst du dann schon aufpassen sonst meinen sie noch du seihst ein Ausländer. Viel Spass noch... Mark

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