Freitag, 23. Juli 2010

Met Ross ond Wage

Halli hallo metenand.....
Ond ech hoffe ehr gnuessed so rechtig de Sommer ond hend bes jetzt garned gmerkt das scho weder 1 oder 2 Woche dore sind.

Ich bin jetzt so richtig in meinem Element und arbeite und schuffte Tag fuer Tag so gut ich kann, obwohl man hier ja ziehmlich schnell an seine materiellen Grenzen stoesst. Aber trotzdem macht mir die Arbeit hier sehr viel Spass und mir gefaellt auch das immer wieder was neues "austuefteln" damit was funktioniert.
Seit dem letzten Post ist wieder viel passiert.

Einerseits habe ich endlich herausgefunden wie hier die "hora Peruana" funktioniert ¡¡ und siehe da auch ich kann zuspaet kommen und trotzdem puenktlich sein ;))) Auch in der Arbeit ist wieder viel geschehen. Einerseits haben wir, Luciano und ich, die Funktion des Darrieus Windrades etwas abgeaendert, so dass jetzt ein altes 30 l Oelfass gepaart viel Fantasie und Einfallsreichtunm und mit einem Lastwagen-Scheibenwischermotor ein bisschen schweissen, bohren und fraessen doch ganze 70 Watt Leistung bringt ;))) Da wir hier nicht ganz den Standard eines schweizerischen Motorenpruefstandes und Windkanales haben, reichte uns zum testen auch ein alter Pick-Up, eine alte Flugzeuglandebahn sowie 120 km/h und ich mit dem Multimeter auf der Ladeflaeche.....siehe Foto.

Eine andere Episode war die Reise in ein ca. 5 Std. entferntes Bergdoerfchen, in welchem wir die Moeglichkeiten einer Solardusche und einer Solarbetriebenen Elektropumpe testen sollten. Angereist am ersten Tag mit dem Auto uebernachteten wir erstmals etwas erschoepft von der Fahrt. Da diese 5 Std. nur etwa 1/10 auf asphaltierten Strassen waren, der Rest war mehr oder weniger auf einer Schotterpiste mit Tisch grossen Schlagloechern. Am zweiten Tag fuhren wir dann mit dem 4x4 ca. 2 Std. auf einer noch viel schlechteren Piste in den Berg auf ca. 4500m wo sich ein kleines Doerfchen mit ca. 20 Einwohner und einer Thermalquelle befand. Da dort ab und zu Touristen von einer Bergtour sich in den Thermalquellen erholen gingen fand die lokale Commune man koennte doch auch noch eine Toillete ( bis jetzt noch keine vorhanden ) und eine Dusche installieren. Und so beredeten wir mit der lokalen Bev. die Lage und Einrichtung dieser Sanitaeren Anlagen. Nach anschliessender Demonstration und angenehmen Fussbad ( Badehose vergessen ) fuhren wir danach wieder in unser " Basecamp" um uns fuer die Reise in ein anderes Bergdoerfchen am naechsten Tag auszuruhen.
Am folgenden Tag fuhren wir dann wieder ca. 1.5 Std, aehnliche Piste, Bergauf. Da wir heute 7 Pers. waren, beschloss ich und ein Kollege von der Werkstatt hinten auf der Ladeflaeche platz zu nehmen( ist in Peru eh wie ein normaler Sitzplatz ). Da leider leider leider ;) ( hinten drauf ist auf Schotter nicht sehr angenehm ) die "Strasse" nicht bis in unser Endziel fuehrte haben wir dann in einem kleinen Doerfchen auf das Pferd umgesattelt. So sind wir dann sammt sack und Pack mit dem Pferd noch etwa 3 Std weiter bergauf zu unserem Endziel auf ca. 5000m. Nach wiederholtem Vermessen und Demonstration der verschiedenen Anlagen, haben wir dann auf erlebt wie auf peruanisch ein Grundstein fuer ein Haus gelegt wurde. Nach kurzer Diskussion, wo sich das neue Baño befinden solle ( 1.5 Std ufffff) gab es ein kurzes " Hier ist gut" und dann wurde mit der schaufem mehr oder weniger ein Viereck in den Boden gezeichnet und danach begonnen mit Lehmsteinen etwas aufzubauen was spaeter mal ein Haus sein sollte. ;)))
Danach wurden wir herzlich eingeladen etwas von Ihren selbst von Hand gemachten Lama Sachen ( Schal, Tasche, Muetze...) zu kaufen...... Lustigerweise wohnen diese Campesinos zwar etwa 4 Marschstunden vom naechsten zivilisierten Ort entfernt, aber wissen wie verhandeln tun sie trotzdem ziemlich gut. So steigen sie bei einem, fuer sie, immens hohen Preis ein, und man findet sich dann mehr oder weniger auf einem Preis welcher fuer sie immer noch sehr gut ist. Wenn man bedenkt, dass sie vom Faden Spinnen bis zum fertigen Schall mit schoenen Mustern ca. 1 Woche haben, ist der Preis fuer uns doch Spott guenstig. Fazit ich bin wieder mal geritten, mir tut der A... weh und ich habe einen neuen Schall aus Babyalpaca Wolle welcher mich 30 Soles ( ca. 12 CHF ) gekostet hat. So genug von eurer kostbaren Zeit verschwendet ¡¡¡ Ich hoffe ihr erlebt auch was interessantes in der Schweiz wie bsp. eine Aktion Cola im Denner fuer 50 Rp. guenstiger ;)))) Also geniesst den Sommer und bis zum naechsten mal euer Helmi.

Sonntag, 11. Juli 2010

Erste Eindùeke von Espinar

Ein liebes Hallo aus dem kalten und hohen Espinar. Ich bin also hier in meinem Bestimmungsort angekommen, wo ich die nächsten drei Monate verbringen werden. Da dieser Post auch direkt noch für meine Hochschule ist, kommt er eher etwas fachlicher heraus als die vorhergehenden. Also zu Espinar. Dieses Städtchen umfasst ca. 20‘000 Einwohner welche sich im Umkreis von etwa 7 km vom Zentrum aufhalten. Dies klinkt zwar nach viel, man bemerkt jedoch nicht dass es wirklich so viele Leute hat, da es wirklich nur im Zentrum immer ein Geläuf ist. Geht man jedoch ein Kilometer vom Zentrum weg, ist es wie eine Geisterstadt. Diese Städtchen ist jedoch mehr als das ich mir vorgestellt habe. Ich habe vor der Abreise eher an ein kleines Kaff mit Garnichts gedacht. In diesem Punkt habe ich mich jedoch getäuscht, aber was das Garnichts angeht hatte ich doch Recht. Die Stadt hat zwar viele Einwohner und hat auch eine gewisse Grösse, was jedoch den Einkauf betrifft kriegst du hier nur wirklich das nötigste zum Leben und zum Bauen. Falls ich also hier z.B. einen Antirostspray benötige, welchen ich schon einige Male benötigt hätte, muss ich entweder nach Arequipa fahren welches ca.6 Std. entfernt liegt, oder ich beauftrage einen Händler welcher mir diesen zu einem „ Wahnsinnigen“ Preis besorgt ( morgen oder übermorgen oder in einer Woche ;). Der Hauptteil der Leute hier arbeitet in einer der Rundumliegenden Kupfermienen, welche einen Jährlichen Umsatz von rund 1Mia.Dollar machen. Somit ist eigentlich Geld vorhanden, jedoch so wie fast in jedem Drittweltland geht das Geld in die Taschen grosser ausländischer Firmen und einigen lokalen Chefs. So bleibt wiederum nichts für die Bevölkerung Die Leute jedoch sind sehr freundlich, spontan und wenn man mit ihnen etwas redet auch sehr offen. Als Beispiel dafür: Der Mutter meiner Gastfamilie wo ich wohne gehört einer der ca.7 Radiostationen in Espinar ( Radio ist hier suuuuper populär ). Und als ich angekommen bin hatte mein Gastvater, welcher zugleich auch mein Chefingenieur ist, seine Radiosendung (Einmal pro Woche 1 Std. mit nicht peruanischer Musik, ach wie schön!!!).So hat er kurzerhand seine Moderation umgestaltet und der ganzen Stadt mitgeteilt wer ich bin, dass ich nun endlich da bin und das ich diverse Projekte mit ihm mitgestalten werde. So kam es nun, da es hier nicht gerade viele „Gringos“ hat( Luciano mein Gastvater und ich) das mich mitten auf der Strasse wildfremde Leute mit Namen ansprechen( fühle mich inzwischen wie ein Rockstar ;))). Dies ist auch gleich der Teil dieser Kultur der Leute hier den ich sehr schätze, und welcher zugleich auch der grösste Unterschied darstellt. Sie sind halt einfach wirklich viel offener und sagen auch was sie denken. So ist man hier einfach fast immer eingeladen, wenn der Freund eines Freundes eines Freundes jemanden von der Familie kennt, was immer der Fall ist. Was mich jedoch etwas stört an dieser Lebensart hier ist die „Hora Peruana“. Das ist eine Zeiteinheit die der unseren eigentlich recht ähnelt, jedoch haben sie noch eine spezielle „Unbekannte Variable“ welche ich noch nicht herausgefunden habe. Den die Peruaner kommen nie wirklich zu dieser Zeit zu der sie abgemacht haben, jedoch kommen trotzdem immer und wirklich fast immer alle gleich viel zu spät. So bin ich meistens der einzige der sich an die „offiziellen Arbeitszeiten“ welche von Luciano meinem Chefingenieur vorgegeben sind hält. Aus diesem Grund habe ich auch einen Schlüssel für alles bekommen, sodass wenigstens einer zu den angegebenen Arbeitszeiten vor Ort sein kann;). Diese Zwei Sachen also Offenheit und Pünktlichkeit sollte man wirklich zwischen der Schweiz und Peru etwas austauschen, sodass jeder sich vom anderen eine Scheibe abschneiden könnte. So möchte ich noch meine Tätigkeit hier etwas erläutern. Ich arbeite hier in einer sogenannten Sonnenwerkstatt. Diese existiert schon seit ca.8 Jahren und bemüht sich darum der Bevölkerung hier in der Stadt sowie auch auf dem Land die Technologie der Solarenergie etwas näher zu bringen. Dies einerseits indem sie Schulungen und Aufklärungsarbeit durchführt, und anderseits direkt auch Auftragskonstruktionen für die verschiedensten Bevölkerungsschichten macht. Also wie eine Firma für Solartechnik. Dabei beschränkt sich diese Arbeit nicht Fertigfabrikate, sondern es muss fast immer für jeden Kunden eine individuelle Lösung erarbeitet werden. Zudem versuchen die Mitarbeiter dieser Sonnenwerkstatt auch mit anderen Gesellschaften zusammenzuarbeite um gemeinsam der Bevölkerung einen besseren Lebensstandard zu ermöglichen. Mal einen kleinen Einblick in den Lebensstandard hier. Normalerweise jetzt im Winter, tagsüber ca.20-25°C und in der Nacht Temp. bis -20 °C. Dabei haben die wenigsten Leute hier eine Heizung und die Häuser sind sehr schlecht isoliert ( Nur Stein und Einfachglas ), zudem gibt es durchschnittlich ca.1.5 Std. am Tag Wasser und die Elektrizität hat viele Unterbrüche und reicht nicht für eine el. Heizung !!! Auch die einzige Tankstelle hier in Espinar hat nur gerade ca. jeden zweiten Tag Benzin und Diesel. Die Leute behelfen sich mit ca. 4-5 dicke „Armedecken“ für die Nacht, und mit viel warmen Getränken welche auf dem Gaskocher gemacht werden. Für das Wasser am Tag haben die meisten einen Tank zuhause welchen sie in der Zeit wo Wasser verfügbar ist möglichst gut füllen. Zudem kommt natürlich auch noch der grosse Alkoholkonsum dazu, mit welchem sich viele Herren hier die Probleme wegtrinken. Mein Teil in diesem Puzzle ist das mitarbeiten und erarbeiten neuer Lösungen für die vorhandenen Probleme und die Verbesserung der Aufklärungsmethoden. Die Lösung dieser Probleme ist meist keine schwierige Sache nach europäischen Verhältnissen;), aber wir haben ja auch Geld, Werkzeug und fliessend Wasser! Diese jedoch mit den sehr beschränkten hier zur Verfügung stehenden Mitteln zu lösen ist einiges schwieriger als dass man sich das vorstellt. Zudem darf es auch nicht zu teurer sein da sich sonst die Kunden, welche meistens Bauern sind, dies nicht leisten können. Also stehe ich fast jeden Tag vor dem gleichen Problem, ich habe zwar eine Lösung, kann sie hier jedoch nicht umsetzten. Dies kann einen manchmal wirklich den letzten Nerv kosten, wenn es nur an solchen „Kleinigkeiten“ zu scheitern droht. Mein Hauptthema was ich noch erarbeiten werde, ist die Effizienzmessung eines von Luciano selbst entwickelten Lehmofens welcher einerseits zum Kochen und Backen verwendet werden kann, und andererseits Warmwasser und Wärme für die Wohnung als Passivprodukt liefern soll. Diesen Ofen bin ich momentan am studieren und hoffe, diesen in den nächsten Wochen in meiner Freizeit ausmessen zu können. Ich weiss jedoch noch nicht wie viel Zeit ich dafür aufwenden kann, da auch für die anderen Sachen noch ziemlich viel Arbeit aufgewendet werden muss. So stehen z.B. in den nächsten Wochen diverse Schulungen in der näheren Umgebung ( ca. 3-4 Std. ) an. Ebenso sind wir auch an der Entwicklung eines einfachen Darrieus Windrades dran, welches sich selbst mit der Windgeschwindigkeit reguliert und so fast immer die gleiche Leistung bringt …… INTERESSANT !!!!!!;). Wie ihr seht habe ich sehr viel Arbeit, sehr viel Vor, jedoch sehr wenig Werkzeug und nicht allzu viel Zeit um meine Ziele zu verwirklichen. Zudem kommt noch dazu, dass ich doch auch gerne noch meine Umgebung und die Kultur hier etwas erleben möchte. Puhhhh bin also seeeehhhhrrr beschäftigt ;-). Somit wünsche ich euch einen heissen unerträglich feuchten und schönen Sommer und hoffe bald wieder einen etwas lustigeren Post machen zu können. ( Was jedoch nicht sehr einfach ist, da das Internet hier etwa so schnell ist wie bei uns vor 15 Jahren, und die besten Zeiten sind morgens bis ca. 07.30 und abends ab ca. 23.00. „Ond zo dene Zyte schiiissst mech das doch rächt aaaa !;););) Also rächnet zirka 1 Woche ( Hora Peruana ) :-)……Euche Helmut

Samstag, 3. Juli 2010

Abschied von Arequipa


Hola liebe Leser
Also es ist wieder soweit, einer neuer Post ist da. Der ist jedoch nicht so interessant wie die Anderen, jedoch gibt trotzdem Neuigkeiten. Ich habe hier nun Samstagmittag und habe endlich etwas richtig Freie Zeit für mich, da ich meine Arbeit für die Hochschule doch noch geschafft habe. Inzwischen ich auch meine letzte Spanischlektion hinter mir, mit Zertifikat, und kann immernoch kein Wort ;) Nein nein verstehe so ziehmlich alles was gesprochen wird, wenn es nicht gerade betrunkene Peruaner sind. Reden fällt mir auch von Tag zu Tag einfacher und ich kann mich schon richtig auf dem Niveau der Taxifahrer unterhalten. Ist auch nicht so schwer;). Die Stadt kenne ich inzwischen auch sehr genau und ich habe sogar schon einen Lieblingsplatz, den Schwarzmark ;)))) der ist ech super. In dieser Woche sind bei uns in der Spanischschule ziehmlich viel neue "Schüler" angekommen, und ich habe dann für zwei Tage die Funktion eines Fremdenführers übernommen. Mein entgelt waren ein freies Nachtessen in einer Super Parrilladeria mit einem Glas gutem Rotwein. Nur zum sagen guter Rotwein ist hier ein richtig rares Gut. Die meisten sind richtig süss, was zwar allen Peruanern und ich denke allen schweizer Frauen gefällt, aber einen richtigen Weinliebhaber bringt das fast um die Ecke.
Zudem habe ich diese Woche das zweite mal für meine Gastfamilie gekocht. Nach meinem Ersten Menü, Älplermagronen, wo sich alle drum gestritten haben, habe ich gedacht beim Zweiten mache ich dann etwas mehr damit es nicht mehr so einen Kampf ums essen gibt. Also habe ich eingekauft für "Röschti mit Schpäck und Brodworscht met Zwebelesose" und zwar nicht wenig. Irgendwie hat sich dass dann doch rumgesprochen und zum Essen kamen dan noch 4 weitere Familienmitgieder. Also waren wir wieder am gleichen Punkt wie eine Woche zuvor. Auf jedenfall hat es allen geschmeckt, und ich musste das Rezept wie schon bei den Älplermagronen zuvor wieder ins spanische Übersetzen.
So das war wieder ein kleiner Ausschnitt aus meinem Altag hier in Arequipa. Morgen Sonntag werde ich, schweren Herzens, nach 5 Wochen Aufenthalt Arequipa verlassen um meiner eigentlichen Arbeit in Espinar nachzugehen. Dies betrübt ein bisschen meine Stimmung da mir diese Familie hier, wie auch die Schule und meine Freunde, welche ich kennengelernt habe, ziehmlich ans Herz gewachsen sind. Ich habe schon gestern von vielen Freunden und der Schule ein kleines Abschiedsgeschenk bekommen, was mich doch sehr berührt hat. So schätze ich werde ich wohl nicht dran vorbei kommen Morgen beim Abschied die Eine oder Andere Träne zu verdrücken. Nicht jeder Abschied ist halt gleich.
Ich freue mich jedoch auch schon auf das Neue, was mich erwartet. So schreibe ich nächstes mal sicher andere interessante Themen über den neuen Ort und was da so vor sich geht. Ahja das Video zweigt noch die samstags Aktivitä meiner Familie. Bis bald euer Helmut.

Ach ja das hätte ich fast vergessen! Habe letztes Wochenende bei einem kleinen Trip in den Colca "Canyon" noch meinen ersten 5000 er bestiegen. Bilder sind oben.